Auszug aus dem GGR Protokoll 4/2018 vom 8. Mai 2018

Protokoll 4/2018


Grosser Gemeinderat von Zug

Sitzung vom Dienstag,8. Mai 2018, 17:00 – 20:45, Kantonsratssaal,

Regierungsgebäude, Zug


Vorsitz: Ratspräsident Hugo Halter

Protokoll: Franziska Zürcher, Kanzleisekretärin


10. Interpellation Rainer Leemann, FDP, vom 21. Februar 2018 betreffend Zukunft des Tennisclub Zug


Es liegt vor:Antwort des Stadtrats Nr. 2485 vom 10. April 2018


Rainer Leemann


Das Thema bewegt, wir sehen es, wir konnten nicht alle Tennisspielenden mitnehmen, aber wir haben hier ein sehr gutes Abbild. Wir haben eine enorme Anzahl Junioren, etwa gegen 400 sowie gegen weitere 600 Mitglieder die ihrem Hobby in den beiden Clubs frönen und hier nicht nur Sport treiben, sondern auch soziale Kontakte pflegen. Die Clubs oder ganz allgemein Vereine, sind soziale Institutionen, welche Leute jeder sozialen Schicht, Herkunft oder Einstellung verbinden. Darum ist es mein Ziel – und das Ziel dieser Interpellation – möglichst viele Vereine, seien es Sportvereine, Musikvereine oder auch andere kulturelle Vereine, in der Stadt Zug zu haben. Unsere Tennisplätze sind ja auch für jedermann zugänglich.

Nun weiss ich, dass eine Sportart eine ungewisse Zukunft vor sich hat und daher setze ich mich gerne dafür ein. Hier äussere ich mich klar zu meinem primären Ziel: Es soll in der Stadt Zug auch in Zukunft möglich sein, Tennis zu spielen – und das ohne Unterbruch! Ob dies im Göbli, in der Riedmatt, in der Herti, auf der Öschwiese oder auf dem unteren Postplatz möglich ist, ist sekundär.

Gerne lege ich dar, warum diese Interpellation eingereicht worden ist. Wie in der Interpellation erwähnt, wurden die beiden Tennisclubs der Stadt Zug im März 2015 per Brief informiert, dass eine Fusion oder Konzentration im Gebiet Herti angestrebt wird. In diesem Schreiben wird auch erwähnt, dass der Stadtrat mit der Korporation Zug sowie den Tennisclubs Gespräche führt. Gemäss der Zuger Zeitung und dem Artikel vom 31. Januar 2018 wurde die Korporation im Zeitraum von 2015 bis 2018 noch nicht angegangen und gewisse Zweifel, ob so einfach Land vorhanden sei, wurden von Seiten der Korporation geäussert. Hier müssen wir feststellen, dass Gespräche zur Zukunft der beiden Tennisclubs trotz Brief im Jahr 2015 für drei Jahre nicht geführt worden sind. Wenn wir nun beachten, dass auf Seite 2 der Interpellationsbeantwortung der Stadtrat seit 2013, also seit 5 Jahren, die Idee verfolgt, die Clubs zusammenzulegen, müssen wir nun dringend mit der Planung beginnen.

Es wurde auch einmal erwähnt oder in Aussicht gestellt, dass Tennisplätze auf den riesigen Dächern vom Ökihof geplant werden könnten. Ich selber stehe deren Umsetzung auch kritisch gegenüber, jedoch wäre dieses Vorgehen ressourceneffizient und hätte zumindest geprüft werden können. Weder in der Aufgabe, noch in der Auslobung vom Ökihof habe ich dazu jedoch etwas entdeckt. Nur mit der Prüfung hätte der Stadtrat ein Zeichen gesendet, dass wir tatsächlich unser Land effizient nutzen wollen und auch die Zukunft der Tennisclubs ein wichtiges Anliegen ist.Momentan macht es den Anschein, dass keine andere Möglichkeit geprüft wurde als die Korporation anzugehen. Dies zeigt auch die unglückliche Aussage vom Stadtrat in der Interpellation, dass die Sportmeile selbstverständlich nach Norden erweitert werden kann. Auch andere Standorte auf Gemeindegebiet hätten geprüft werden müssen. Nun müssen wir dringend mit der konkreten Planung beginnen, damit wir wissen, welche Fläche wir schliesslich benützen können.Die benötigte Fläche muss dann auch noch zu der benötigten Infrastruktur passen, damit das Land flächenschonend genutzt werden kann. Beispielsweise müssen Tennisplätze eine Nord-Süd-Ausrichtung haben und die Anordnung der Plätze haben auch gewisse Herausforderungen. Meine Damen und Herren, wir sprechen hier von einem Millionenprojekt, welches mit der nöti-gen Sorgfalt und Umsicht geplant werden.

Bei den Antworten der Stadt bin ich mir nicht sicher, ob sich alle der Grösse und Folgen einer solchen Zusammenschliessung bewusst sind. Ein Clubhaus, Garderoben, Tennisplätze, Paddelplätze, Kindertennisplätze, eine Tenniswand, behindertengerechter Bau, Beleuchtung, die Traglufthalle und vieles mehr muss geplant werden. Es gibt für die Bauten von Sportanlagen wertvolle Hilfsmittel vom Bundesamt für Sport und auch bei SwissTennis gibt es Spezialisten, welche beim ei-nem solchen Projekt durchaus miteinbezogen werden sollen. Ich selber wäre diese Kompetenzträger bereits vor einiger Zeit angegangen, damit das allfällig neue Grundstück auch geeignet ist und auch eine sinnvolle Anlage gebaut werden kann.

Gemäss dem Stadtrat wurde noch nichts geplant, da die Dringlichkeit fehlt. Dies mag so sein und ich verstehe es teilweise. Für die über 1'000 Tennisspielenden in Zug ist die Dringlichkeit jedoch gegeben. Wie schnell ist das Jahr 2025 hier und in 7 Jahren eine solche Anlage zu planen, alle Gespräche zu führen, das Land zu finden, evt. noch ein- oder umzuzonen, das sind für die Tennisfamilie viele Pendenzen, die in kurzer Zeit erledigt werden müssen. Vor allem, da wir noch ganz am Anfang stehen. Die derzeitige Situation verunsichert, da die Tennisclubs ihre nötigen Investitionen am bisherigen Standort nicht angehen können, da die Dauer für die Amortisation zu klein ist.

Sicher: der Stadtrat hat Erfahrung mit Grossprojekten und hat diese auch schon erfolgreich realisiert. Auf der anderen Seite fehlt jedoch den Tennisclubs mit ihren Mitgliedern und Junioren die Planungssicherheit.

Apropos Tennisplätze: In der Antwort steht geschrieben, dass es maximal 16 Tennisplätze geben soll. Ich frage mich, wie der Stadtrat zu einer solchen Aussage kommt, weil im letzten Jahr hat-ten wir noch 18 Tennisplätze. Mit den 40‘000 Einwohnern, welche der Stadtrat im Jahr 2040 er-wartet, gibt es tendenziell noch mehr Tennisspielende. Um die Anzahl der benötigten Plätze herauszufinden, gibt es eine Richtzahl vom Bundesamt für Sport die sagt, dass 30 Mitglieder pro Platz optimal sind. Aufgrund der Wirtschaftlichkeit wird jedoch eine Belegungsdichte von 40-50 Spielern pro Platz empfohlen. Dies bedeutet, dass wir Stand heute 20-33 Plätze brauchen. Wenn wir nun das Wachstum gemäss der Antwort vom Stadtrat miteinbeziehen und die prozentuale Tennisbevölkerung ähnlich bleibt, brauchen wir 24-40 Tennisplätze. Paddelplätze sind da noch nicht eingerechnet oder auch die Tenniswand oder der Kindertennisplatz ist da noch nicht dabei; diese eignen sich zusätzlich für das Konditionstraining der Junioren und ermöglichen es auch, bei schlechtem Wetter ein Sportangebot zu haben und die Junioren nicht einfach im Regen stehen.

Da die in der Antwort vom Stadtrat erwähnte Auslegeordnung noch nicht vorliegt und die Clubs auch nicht miteinbezogen worden sind, diskutieren wir hier im luftleeren Raum. Die Auslegeordnung muss nun rasch an die Hand genommen werden und die Tennisclubs sind zwingend miteinzubeziehen. Sie haben das nötige Wissen, bezüglich Platzvorstellungen aber auch Ideen bezüglich der Möglichkeiten für die Winterwochen. Die gemachten Aussagen in der Antwort des Stadtrates sind ein wertvolles Brainstorming, nun müssen wir jedoch handeln. Nach gemachter Auslegeordnung und der Klärung von weiteren Fragen, sollte das Projekt dann ein Preisschild erhalten, welches mit der Ist-Situation verglichen werden kann. Ich kann nur hoffen, dass das Preisschild siebenstellig bleibt.

Es gibt auch gute Argumente für einen Status quo. In der Umgebung Göbli wird unter anderem der Technologiecluster gebaut und in der Umgebung Riedmatt oder Lorzenallmend entsteht eine riesige Überbauung. Für Junioren, Mitarbeiter der Unternehmen oder Mitglieder würde sich so eine dezentrale Lösung eignen, damit sich nicht der ganze Sportverkehr in der Herti konzentriert.

Die bestehende Infrastruktur der beiden Clubs wurde übrigens in den letzten Jahren dank der Unterstützung der Stadt Zug über CHF 1.7 Millionen und einem grossen Anteil der Clubmitglieder saniert und die Plätze für 30 Jahre fit gemacht. Die Lebensdauer der Tennisplätze im Göbli ist noch lange nicht erreicht!

Die politischen Herausforderungen wurden meines Erachtens in der Antwort des Stadtrates noch nicht miteinbezogen. Was ist, wenn dieser Plan A zu teuer ist, zu wenig Land vorhanden ist oder Beschwerden eingereicht werden, wegen dem Lärm von Tennisbällen? Dann ist allenfalls das Göbliareal bereits verplant und die verschiedenen Tennisspielenden stehen ohne Platz da. Dies zu vermeiden sollte das wichtigste Kriterium sein.

Momentan bestehen viele Ideen, welche durchaus weiterverfolgt werden sollen, was im Göbli entstehen soll. Da ein Hauptstützpunkt sowie die anderen verschiedenen Ideen, wie beispielsweise beim Werkhof, frühestens 2035 fertig geplant und baubereit sind, wünsche ich mir eine fixe Vertragsverlängerung für den Tennisclub Zug bis in das Jahr 2035. Beim TC Zug fallen Investitionen an; auch dank unserem Zusammenschluss mit dem TC Siemens, der enorm wachsenden Juniorenanzahl sowie der allgemein guten Auslastung der Anlage. Es ist schwierig zu planen, wenn man den genauen Zeithorizont für den Umzug nicht kennt.

Der Neubau einer kompletten Anlage ist sehr kostspielig, politische Herausforderungen müssen gemeistert werden und da beide Clubs gut ausgerüstet sind, macht zumindest eine Vertragsverlängerung bis 2035 Sinn. Sinnvoll wäre auch, beim Tennisclub Zug Allmend die gleichen Fristen zu fixieren, um eine gemeinsame Zukunft im selben Zeitpunkt zu planen.Da es auch der Wille vom Stadtrat ist, dass in der Stadt Zug pausenlos Tennis gespielt werden soll, würde ich einen konkreten Stadtratsbeschluss befürworten. Zusammen mit beiden Tennisclubs könnte mit der fixen Vertragsverlängerung bis 2035 für die Tenniszeit nach 2035 in Ruhe eine gute Lösung erarbeitet werden.

Auch wenn ich Verständnis dafür aufbringen kann, dass der Stadtrat zuerst die Diskussionen im Kantonsrat abwarten will – betreffend den Hauptstützpunkt – sollten die beiden Tennisclubs zumindest vor Jahresende einen Vertragsentwurf für eine Vertragsverlängerung bis Ende 2035 vorliegen haben.

Herzlichen Dank für die verbindlichen Aussagen des Stadtrates und den Einbezug aller involvierten Parteien in die weiteren Verhandlungen, damit in Zug pausenlos Tennis gespielt werden kann.


Philip C. Brunner

Ich danke Rainer für seine Ausführungen, habe gar nicht gewusst, dass du so lange reden kannst. Ja, wir müssen einmal ein bisschen zurückdrehen. Thema Oberwil Rebells: Da hatten wir ja auch die Situation, da ging es ja nur – in Anführungs- und Schlusszeichen – um einen Schulhausplatz, auf dem der Streethockeysport ausgeübt wurde. Und die Mitglieder des GGR, die hier sind, können sich erinnern, was das ausgelöst hat, bis wir in der Herti Nord – ich glaube vor einem Jahr – einen Platz, einen bespielbaren Platz, mit einer noch vom Club selber finanzierten Umziehkabine beziehungsweise kleinen Restauration, beziehen konnten.

Und wenn ich jetzt die Dimensionen so ein bisschen vergleiche, die du uns da aufgezeigt hast, lieber Rainer Leemann, dann muss ich sagen: In dieser Stadt gibt es natürlich nicht nur den Tennissport. Ich muss auch noch anderweitig zurückdrehen. Es gab ein Geschäft des Stadtrates, ein Tauschgeschäft – Tauschgeschäft Göbli hiess das – ein komplizierter Abtausch mit der Korpora-tion von kleinen und grossen Flächen. Und man hat dann sogar noch für 10 Millionen das Grund-stück an der Zeughausgasse, das Haus Zentrum, auch noch abgetauscht, um dieses Areal zu ha-ben. Wir von der SVP haben verschiedentlich Referenden gemacht, aber das war das absolut schwierigste überhaupt. Innert 30 Tagen die 500 Unterschriften zusammenzuhaben, damit genau dieses Tauschgeschäft – und damit auch der Standort des Tennisclubs eben nicht von Stadt übernommen worden wäre. Und sämtliche Parteien haben uns gesagt, das sei jetzt das goldene Ei: Die Stadt Zug müsste unbedingt vermeiden, dass sie für die Unterhaltskosten für das Haus Zentrum aufkommen muss. Es wurde damals argumentiert, man könne mit der Korporation so den grossen Deal abschliessen.

Stellen Sie sich mal vor, was man am Standort Haus Zentrum machen könnte, um die Altstadt zu beleben, heute wo Lofts so en vogue sind - eine phantastische Chance wäre das. Und das Resultat der Geschichte ist nun genau das, was ich damals dem Präsidenten vom Tennisclub gesagt habe: Wir werden noch einmal mit kurzen Hosen dastehen – und genauso ist es jetzt.Und es gibt ja noch andere Ideen und andere Herausforderungen für diese Stadt – du hast sie teilweise erwähnt – wir haben da drüben das Filetstück ZVB-Areal, das überbaut werden soll. Und es ist natürlich nicht so, wie da vorhergesagt wurde. Der Kantonsrat diskutiert gar nicht über irgendwelche Standorte im Göbli. Der Kantonsrat hat eine Vorlage erhalten von 185, 186 Millionen, wovon der Kanton dann die Hälfte übernimmt. Das ist also aus meiner Sicht wahr-scheinlich das grösste Bauprojekt, das der Kanton jemals gestemmt hat. Und es ist fast so gross wie der Anteil, der damals für den Stadttunnel hätte aufgewendet werden sollen. Notabene damit wir unter anderem die Busse der ZVB dann gut im Winter schön warm einstellen können. Und die Stadt hat es sogar fertiggebracht, dass die Höhe dieses Gebäudes nicht einmal die Höhe des Polizeigebäudes erreicht, das nebendran steht. So hoch ist das, es ist ganz tief, es ist völlig unverständlich. Und ich komme zum gleichen Problem, wie wir es im Göbli haben. Wenn ich mir die Wettbewerbsarbeiten des Ökihofs angeschaut habe, dann habe ich einfach gestaunt. Es ist irgendwie – ich glaube, ich bin teilweise ein bisschen im falschen Film. Also, wir haben jetzt vor ein paar Minuten diesem Technologiecluster zugestimmt. Ich nehme an, Sie haben sich alle mit der Vorlage auseinandergesetzt, da geht es um Verdichtung: Das ist eine Kiste. Die Kiste ist ein mehrfaches des Hochregallagers, das wir dort haben. Und dann gehen wir einstöckig dort den Ökihof auf diesem Land ausbreiten. Also wir haben ein Landproblem. Und Land ist teuer und es muss sorgfältig damit umgegangen werden. Das war unter anderem auch eines der Argumente warum wir über ein Hochhausreglement gestritten haben in dieser Stadt. Es ist nicht toll in die Höhe zu gehen, ich weiss, es ist auch nicht unbedingt überall schön, aber es ist ein Muss. Ausser wir wollen die Landschaft, die rund um uns herum ist, einfach überbauen. Wir müssen sorgfältig mit diesem Land umgehen. Und in diesem Sinne gibt es diesen Partner Korporation, ja, und wir sind auf ihn angewiesen. Und der nimmt sich Zeit. Der nimmt sich Zeit genauso wie er will, weil er verfügt über diese Landreserven. Und wenn man meint, dass man im Herti Nord dann einfach ein paar Tennisplätze bauen könne und dass man dann Clubs fusionieren könne, weil der Stadtrat das gut findet, dann wird das nicht gehen. Dann wird das nicht gehen, denn Vereine lassen sich nicht einfach vom Staat, von staatlicher Seite her, fusionieren. Rainer Leemann, du hast es erklärt, Vereine haben ein Eigenleben, sie haben Traditionen. Sie haben zurecht dieses Eigenleben, das ist ja etwas, das einen Verein auszeichnet. Und ein Verein hat sogar das Recht zu sagen: Wir nehmen gewisse Mitglieder nicht auf. Das ist in Ordnung. Die einen finden das dann nicht so gut, weil sie in diesem Club nicht eintreten können, aber das ist doch die Freiheit.

Ich denke, Rainer hat gute Fragen gestellt. Wir stehen da wirklich vor einer grossen Herausforderung und es geht nicht nur um die Tennisclubs, sondern es geht um Land und dessen Verteilung: Wer darf welches Land benützen. Und wir müssen sorgfältiger als in der Vergangenheit damit umgehen, wir müssen ganz klar schauen und wir müssen die Interessen aller – ich sage jetzt mal Stakeholder, und der Tennisclub ist da einer – beachten. Ob wir dann diese Anzahl Tennisplätze, die du forderst, wirklich machen können und das überhaupt realisierbar ist, das weiss ich nicht. Ich finde, der Stadtrat muss sich jetzt konstruktiv mit dem auseinandersetzen, es liegt jetzt ein Papier da, es liegen Fragen auf dem Tisch. Ich bin erstaunt, dass sich sonst niemand zur Vorlage äussern will. Aber da geht es jetzt also um ganz entscheidende – Ja bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, äussern Sie sich dazu – ich weiss, das ist nicht populär, hier einfach den Samichlaus zu spielen und den Weihnachtsmann oder das Christkind, und zu erklären «alles kein Problem», wenn man das will. Ja, das ist eine gewisse Herausforderung. Es ist nicht so einfach. Wir sind auf ein paar Punkte angewiesen und ich beneide – das muss ich auch sagen – den Stadtrat nicht um diese Herausforderungen. Weil, es geht auch um den Ökihof, der braucht dort draussen auch Platz. Und wenn ich dann noch höre – zusammen in dieser Vorlage –, dass man noch den Werk-hof und verschiedene andere Dienste dieser Stadt auch noch aufs Göbli tun will, dann weiss ich nicht, ob das alles zusammen aufgeht. Was ich denke; wir haben da ein Paket an Herausforderungen erhalten, die weit übers Streethockey hinausgehen. Und ich habe in Erinnerung, dass zum Thema Streethockey lange diskutiert wurde, dass der GGR verschiedene Male über Vorlagen gestritten und eine Volksabstimmung über eine Halle in Oberwil durchgeführt hat. Also da, scheint mir, haben wir ein Problem. Und ich denke wir müssen es konstruktiv anpacken und ich danke dir, dass du diese Interpellation gemacht hast.


Barbara Müller

Die ALG/CSP nimmt die Antwort des Stadtrates zur Interpellation zur Zukunft des Tennisclubs Zug zur Kenntnis und bedankt sich für die Beantwortung der Fragen.

Der Stadtrat bringt die Idee ein, die Zuger Sportmeile in der Herti Richtung Baar zu verlängern. Damit geht weiteres wertvolles Kulturland verloren. Die Aufzählung, was alles realisiert werden könnte, ist stattlich. Wir fragen uns, ob der vorhandene Platz wirklich ausreichen wird, wenn die Begehrlichkeiten ausufern. Wie viele Parkplätze werden dazukommen? Wie ökologisch ist der Tennissport, wenn man den Flächenbedarf betrachtet? Wir würden es vorziehen, wenn es solange wie möglich beim Status Quo bleibt und die Tennisplätze in ihren bewährten Strukturen verbleiben können.


David Meyer

Meine Interessenbindung vorab, Tennissport betreibe ich vom Sofa aus, aber das dann mit …Wenn mein Blick dann aber etwas über den Tennissport hinausschweift auf eine andere Sportart, dann fällt mir hier Schach auf. Schach, da gibt es die Rochade, das ist immer dann, wenn eine Figur Platz machen muss für eine andere Figur. Also hier haben wir ein Tennis-Schach, so gesehen, und ich frage mich halt einfach, wir müssen jetzt den Ökihof verschieben – der geht nach hinten - wir haben den Werkhof und die Feuerwehr, die möglicherweise verschoben werden. Wenn alles richtig kommt, verschiebt sich die ZVB irgendwo hin. Wir sollten den Campingplatz frisch platzieren. Und wir haben auch Sportinteressenten im nördlichen Bereich der ganzen Sportanlagen. Und eigentlich würde ich mal gerne wissen: wann, wo, wer, wie, wohin verschoben wird, dass wir auf diesem Schachbrett irgendwie eine klare Ordnung kriegen. Denn was wir jetzt erleben: Ein Projekt hier, eine Scheibe da, ein Etwas dort, manchmal sagen wir ja, manchmal sagen wir nein, aber irgendwie ist mir das nicht ganz so transparent. Ich bitte doch den Stadtrat, sich bei Gelegenheit dem Thema anzunehmen und uns da eine Vorlage zu geben.


Karl Kobelt, Stadtrat

Werte Gäste, insbesondere vom Tennisclub Zug. Angesichts des Grossaufmarsches von Ihrer Seite bin ich fast ein bisschen veranlasst, auch noch das ein oder andere Wort zur Vorlage der Beantwortung der Interpellation Rainer Leemann aus der Sicht des Stadtrates zu sagen. Zuerst sage ich etwas aus sehr persönlicher Sicht. Sie sind zwar nicht gerade mit dem ganzen Club hergekommen, da wären die Platzverhältnisse wahrscheinlich noch enger geworden, aber doch mit einer ansehnlichen Delegation. Sie bekunden damit die Verbundenheit mit ihrem Verein und ihrem Sport. Zur Vorlage im Detail werde ich nicht eingehen, kann Ihnen aber die Lektüre derselben wärmstens empfehlen. Das eine oder andere stammt aus meiner persönlichen Erfahrung mit den vielen Gesprächen, die ich mit dem Tennisclub in der letzten Zeit führen konnte und ich habe sehr viel über diesen Club, diesen Verein lernen können. Dafür bin ich dankbar. Vieles, das an dieser Stelle zu sagen ist, betrifft die beiden sehr entscheidenden Dimensionen in der Politik, generell und gerade auch in Ihrer Angelegenheit. Das sind Zeit und Geld. Ich komme gegen Schluss meiner Ausführungen darauf noch zu sprechen.

Zunächst: Zurzeit und für die kommenden Jahre bis mindestens ins Jahr 2025 wird der Tennisclub Zug am aktuellen Standort seinen Spielbetrieb aufrechterhalten können. Was die fernere Zukunft bringen wird, das wissen wir noch nicht. Wir wissen es nicht bezüglich Dimensionen von Raumbedürfnissen und Angeboten. Und wir wissen es auch nicht betreffend die Gestaltung dieser Anlagen.

Feststellen können wir hier und heute das folgende: Der Stadttrat will mit dem wertvollen Boden haushälterisch umgehen. Die Korporation teilt dieses Anliegen. Langfristig wird das Gebiet Göbli für öffentliche Dienste verwendet werden. Mit langfristig meint man die Zeit nach 2025 und vielleicht noch in weiterer Ferne. Das war schliesslich der Zweck des Landkaufs damals. Das hat das Volk mit seinem Entscheid vom November 2014 explizit gutgeheissen. Ob die Tennisanlagen in der Allmend zusammengefasst werden könnten, ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Es gilt aber weitere Möglichkeiten, weitere Standorte für eine langfristige Lösung zu prüfen.Eine Tennisanlage an einem Ort mit der insgesamt gleichen Anzahl Plätze wie aktuell vorhanden wird weniger Raum beanspruchen als zwei Anlagen an unterschiedlichen Orten. Das liegt aufgrund der Synergieeffekte – ich denke an das Clubgebäude, aber auch an die Parkierung, Restaurant usw. – auf der Hand.

Das Argument des Kulturlands, dass nicht verloren gehen darf, scheint mir in dieser Angelegenheit deshalb hier nicht sonderlich stichhaltig zu sein.

Zur Dimension Zeit: Richtig ist – und das hat Gemeinderat Rainer Leemann korrekt dargestellt – dass zwischen 2013 und 2015 keine Gespräche mit der Korporation oder möglichen anderen Partnern geführt worden sind. Wir hatten auch keinen Anlass dazu. Es gab überhaupt keine Dringlichkeit. Wichtig ist das Geschäft schon, aber dringlich war es damals noch nicht. Die Dringlichkeit, eine gewisse Dringlichkeit, kam erst mit dem Anliegen auf den Tisch, mit dem politischen Anliegen, den ZVB-Busbahnhof im Göbli zu stationieren. Die Dimension Geld ist ebenso bedeutsam. Der Stadtrat schätzt sich glücklich – und ich glaube dieses Empfinden wird von allen hier im Saal geteilt – dass wir in einer bedeutend besseren finanziellen Lage sind, als noch vor wenigen Jahren. Das hat den Stadtrat dazu veranlasst an Vorfinanzierungen zu denken und in fernerer Zukunft entsprechende Anlagen bereitstellen zu können. Ich versuche ein Fazit zu ziehen und hier an dieser Stelle nicht länger zu werden. Mit dem Tennisclub waren wir stets in gutem Kontakt. Die Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität, insbesondere durch den Bau der Tangente Zug-Baar, ist schmerzlich, das verstehen wir. Wir haben ein Gespräch mit dem Kanton Zug vereinbaren können. Der Kanton Zug hat vor Ort Stellung bezogen und macht das, was aus seiner Sicht möglich ist, diese Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten. Ich bin davon überzeugt, dass zwei Worte hier ganz wichtig sind: «Zusammen» und «partnerschaftlich». Ich denke, langfristig werden wir gemeinsam Lösungen finden. Schliessen wir auch den Tennisclub Allmend mit ein. Lassen Sie mich an dieser Stelle einfach berücksichtigen, dass die Sache herausforderungsreich ist, aber lösbar. Ich bin überzeugt, zusammen werden wir zum Ziel gelangen. Ich danke Ihnen. (3:04:19)


Philip C Brunner

Ich muss mich da schon ein bisschen wehren. Ich wehre mich auch für Martin Eisenring, der mit mir zusammen dieses Postulat «ZVB im Göbli» eingereicht hat. Dieses Postulat haben Sie ohne Diskussion überwiesen an den Stadtrat, eine Antwort liegt nicht vor. Nur, es scheint mir, wenn ich schaue, was jetzt kantonal läuft, dass es zwischen der Stadt und dem Kanton nicht wahnsinnige Annäherungen gibt in dieser Frage. Und ich weise also den Vorwurf, geschätzter Herr Finanzvorsteher, zurück, dass der Druck auf den Tennisclub erst in diesem Moment so richtig eingesetzt hat. Es gibt nämlich ein anderes Detail. Wer die zehn Projekte für den Ökihof ein biss-chen genauer studiert hat, wird unschwer festgestellt haben, dass kein einziges Projekt richtig in den Boden runtergeht, so ein paar Stockwerke runter. Das war nämlich das, was Martin und ich erträumt haben:

Dass man auf diesem Gebiet diese Busse, diese grossen Fahrzeuge der ZVB sozusagen unter Boden versorgen kann. Und der Grund ist – und das ist ein Detail, das wir vielleicht in diesem Rat etwas zu wenig betrachtet haben – nämlich der Schutz des Wassers, des Grundwassers in diesem Gebiet. Es ist gar nicht möglich dort kostenmässig interessant soweit runterzugehen und eben diese Geschichte zu versorgen, so dass dann oben – wie auch verschiedene Redner gesagt haben – kostensparend oben zu schonen. Also die Absicht, das muss ich also zurückweisen, dass wir da so ein bisschen den Schwarzen Peter gemacht haben, nach dem Motto: Okay, den Tennisclub können wir dann ja rausschmeissen – ganz im Gegenteil. Wenn Sie sich nochmals an die Abstimmung und wie die SVP damals argumentiert hat erinnern, war der Tennisclub durchaus ein Thema. Es war nicht das einzige Thema, selbstverständlich nicht, aber es war auch ein Thema. Wir haben damals schon gesagt, es werde schwierig werden und Probleme geben. Aber alle waren so begeistert von diesem Tauschgeschäft, ich verstehe es bis heute nicht. Und ich bin einfach wieder dran erinnert – und ich lache wirklich nicht gerne zuletzt, man muss eher weinen in dieser Angelegenheit -, weil wir werden das noch büssen, wartet ab. Danke.


Karl Kobelt

Lieber Philip, von einem Vorwurf kann keine Rede sein, einfach von einer Feststellung.


Ergebnis

Hugo Halter, Ratspräsident, stellt fest, dass Interpellation Rainer Leemann, FDP, vom 21. Februar 2018 betreffend Zukunft des Tennisclub Zug, beantwortet ist, und der Vorstoss als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben